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Verwertung kann die Markteinführung neuer Produkte bedeuten, die Einführung von neuen internen technologischen oder Geschäftsprozessen, die Gründung eines neuen Geschäfts oder die Vergabe von Lizenzen. Sie ist ein weites Feld, so dass ich hier nur einige Beispiele anführe. Die Verwertung inkrementeller Verbesserungen beginnt direkt in der Produktion oder dem jeweiligen Geschäftsprozess. Jedoch müssen der Prozess und das erzeugte Produkt beobachtet und geprüft werden. Neue technologische Prozesse werden vielfach durch Simultaneous Engineering entwickelt, im Technikum erprobt und dann auf den großtechnischen Maßstab hochskaliert. Ich empfehle, bei Ihrer Verwertung zunächst Sicherheit und Qualitätsziele im Auge zu haben. Die Kosten kommen später. Denn ich habe verfolgt, dass anfängliches übertriebenes Bestreben, die Kosten möglichst niedrig zu halten, als unerwünschte Konsequenz die Kosten für Verschrottungen und Nacharbeit immens in die Höhe trieb. Wenn die Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllt werden, können kontinuierliche Verbesserungen die Kosten senken und die Effizienz steigern. Im B2B-Business beginnt die Verwertung neuer Produkte damit, dass den Kunden Muster für eigene Versuche zur Verfügung gestellt werden. Der Prüfumfang hängt vom Produkt ab. Für einen Kerzenhalter sind beispielsweise weniger und kürzere Tests als für ein Sicherheitsteil in einem Fahrzeug erforderlich. Feldversuche in der Automobilindustrie können sich länger als ein Jahr hinziehen. Qualifikationen in der Luftfahrt-Industrie dauern noch länger. Ich empfehle, nach der Prüfung des Prototyps zunächst mit kleinen Serien zu starten. Manchmal werden unerwartete Eigenschaften am Prototyp nicht entdeckt. Wenn Ihr Innovationsergebnis einen Durchbruch darstellt oder Sie eine neue Zielgruppe ansprechen, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie es in einer bereits existierenden Geschäftseinheit verwerten oder eine neue implementieren wollen. Dazu müssen Sie das Risiko des neuen Geschäfts abschätzen. Sollte die Gefahr bestehen, dass es Ihr Kerngeschäft beeinträchtigt, ziehen Sie vielleicht sogar eine Ausgründung vor. An Stelle der Gründung neuer Geschäftseinheiten oder Unternehmen können Sie für Ihre bahnbrechende Innovation aber auch Lizenzen vergeben, wenn diese zu weit von Ihrem Kerngeschäft entfernt ist. Die Vergabe von Lizenzen für Innovationsergebnisse ist ein Modell von Open Business. Open Business hat sich als Folge offener Innovationen, Open Innovation, entwickelt. Henry Chesbrough erläutert uns in seinem Buch "Open Business Models", wie Unternehmen ihr intellektuelles Eigentum in unterschiedlicher Weise nutzen und dabei Hindernisse eingefahrener Denkgewohnheiten überwinden können. Das Buch endet mit dem Kapitel "Getting from Here to There", worin der Weg zur Implementierung von Open Business-Modellen beschrieben wird. Wenn Sie Gates in Ihrem Innovationsprozess benutzen, kommen Sie jetzt am letzten Gate an, wo Sie Ihre Innovationsergebnisse im Kontext kurz- und langfristiger Ziele betrachten. Haben Sie interne Engpässe beseitigt, neues Wissen gewonnen und Mehrwert für Ihre Zielgruppe geschaffen? Haben Sie Ihre Prozesse beschleunigt und am Ende Geld verdient? Nun ist es an Ihnen, über Ihre spezifischen Chancen in Ihrem individuellen Innovationsprozess zu entscheiden, um schneller zu werden und eine höhere Flexibilität als Ihre Wettbewerber zu erreichen.
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